Mein Leben

Abends, wenn ich im Bett liege oder noch übe, dann kommen Gedanken auf. Schwierige Gedanken, traurige Gedanken. In ihnen geht es um mein Leben. Wie es ist. Was ich erreichen will. Und was ich selbst ganz ehrlich darüber denke. Es ist schwer sich das alles klar zu machen, ohne dass man sich selbst bemitleidet. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist es bei mir meist so, dass ich in Selbstmitleid versinke, wofür ich mich selbst leicht hasse. Ich bin derzeit Schülerin, eine ziemlich gute, aber auch faul. Das sieht man meist an meiner Vorbereitungszeit auf Klausuren, meinem Fitnessstand und meinem Zimmer. Ich schreibe die nächsten drei Wochen noch sieben Klausuren, und was habe ich bisher getan? Nichts. In meinem Zimmer stapelt sich Kleidung, Bücher, Geschirr, Bilder, Farben, Noten... Meine Fitness besteht darin mit dem Fahrrad jeden Morgen unter Woche in die Schule zu fahren. Ungefähr einen bis zwei Kilometer. Was hab ich mir vorgenommen? Eine Woche vor einer Klausur anfangen zu lernen und zwar sinnvoll. Mein Zimmer ständig sauber zu halten und zusätzlich meine Mutter im Haushalt entlasten und mindestens dreimal die Woche morgens schwimmen gehen. Seit wann nehme ich mir das vor? Eine kleine Ewigkeit. Das faszinierende ist, sobald meine Eltern verreist sind, funktioniert das alles. Naja, vielleicht ist das auch nur eine Ausrede, vielleicht übernehme ich wirklich nur Verantwortung wenn ich auf mich allein gestellt bin. Trotzdem wünsche ich mir nichts mehr, als einen Freund. Klingt armselig, ich weiß, aber es ist nicht die Tatsache, dass ich mir irgendeinen Freund wünsche, hauptsache Freund. Ich wünsche mir einen Jungen, der mich liebt, so wie ich bin, meine Wünsche respektiert, mich zu Höchstformen antreibt, der für mich da ist, einen, den meine Familie schätzt und mag und der sich mit meinen Freunden versteht, aber das wichtigste ist: Einen, den ich von ganzem Herzen liebe. Das ist nicht ganz so einfach. Man mag meinen ich bin gerade mal siebzehn, ich hab das ganze Leben noch vor mir. Und das ist etwas wovor ich furchtbare Angst habe. Was wird in meinem Leben noch passieren, wie viele Wünsche und Träume werden auf der Strecke bleiben und ganz besonders: Wen werde ich alles verlieren? Ich habe Angst vor dem Tod, aber auch davor Menschen auf andere Arten zu verlieren, als Freunde. Ich habe mir ein Leben ausgemalt, das wundervoll ist, doch das ist das Leben nicht immer. Ich habe mir vorgestellt einen Jungen zu finden, lang mit ihm zusammen zu sein, bis wir irgendwann heiraten, nachdem ich fertig studiert habe, einen Job und ein Haus zu haben, irgendwann Kinder, und die ganze Zeit die Gewissheit, dass es richtig ist was ich tue. Doch was wird wirklich passieren? Vielleicht kann ich keine Kinder bekommen? Vielleicht hasse ich meinen späteren Job? Was ist wenn ich nie jemanden finde, den ich heiraten will oder die Ehe auseinander bricht? Was wenn ich krank werde und früh sterbe? Was wenn ich die Abschiede nicht verkrafte, von Großeltern, Eltern und irgendwann Freunden und meinem Mann? Doch das alles sind Hirngespinste. Ich werde nie wissen wie mein Leben aussehen wird, deshalb muss ich das vergessen. Zumindest einige Teile. Ich sollte meine Ziele nicht aus den Augen verlieren, aber nicht an allem festklammern. Planung ist gut, aber nur zu gewissen Teilen. Das Träumen werde ich nie aufgeben, doch eines weiß ich zu 100%: Ich werde mein Leben leben und alles genießen, was auch passieren wird, denn das macht mich aus. Hilfloser Optimismus gemischt mit etwas Naivität. Denn das braucht man, um sich in dieser Welt nicht ein Ende zu setzen.

3.6.15 01:09

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