Von der Seele reden

Nachdem ich jetzt schon länger nicht mehr geschrieben habe, hat es mich heute überkommen. Es ist wieder einer der Zeitpunkte, an dem man sich alles von der Seele schreibt, weil es einem nicht aus dem Kopf geht.Fangen wir mit Jungsgeschichten an. Alles hat damit angefangen, dass wir uns nach 10 Jahren sich kennen wirklich miteinander geredet haben, auf dem Winterball. Danach fast ein halbes Jahr nichts mehr trotz täglichem Sehen in diversen Kursen oder auf dem Gang. Dann plötzlich eine lange Nachricht mit Fragen zur Chemie Klausur (ungefähr 10 Stunden davor...). Daraus hat sich dann eine nicht enden wollende Konversation ergeben, wie sie für mich noch mit niemandem statt gefunden hat, vermutlich weil wir beide verkappte Streber sind, die hochgestochene Themen interessant finden. Ich habe ihn dann zu einem gemütlichen Abend mit Freunden eingeladen und war eigentlich schon der Meinung etwas von ihm zu wollen. Sprich ich bin davor halb durchgedreht, weil der Abend auch noch bei mir daheim war. Es hat sich so entwickelt, dass meiner Freunde um halb drei gegangen sind und ich mit ihm, einer Flasche Sekt und Kerzenschein bis um halb sieben auf meiner Terrasse saßen. Da er sehr schüchtern ist, kam es zu nichts außer einer Umarmung zum Abschied, die eigentlich nicht erwähnenswert ist. In den darauffolgenden Tagen/Wochen kam ich zu dem Entschluss, dass wir nicht zusammen passen. (Ich muss dazu sagen ich bin sehr wählerisch, und zwar aus einem Grund: Obwohl ich noch sehr sehr jung bin, keine Erfahrung habe und sonst auch eigentlich nicht über sowas nachdenken sollte, will ich nur eine Beziehung haben von der ich denke, dass sie eine wirklich langfristige beziehungsweise ewige ist.) Auf jeden Fall haben er und ich sehr unterschiedliche Vorstellungen von Werten, Zukunft und im Prinzip fast allem was eigentlich in Grundzügen gleich sein sollte. Wir konnten uns gut unterhalten, wirklich gut, aber das war es von meiner Seite auch. Mein Entschluss stand fest. Da er keine eindeutigen Signale gesendet hatte, dachte ich die Sache sei damit gegessen, aber denkste. Nachdem wir auf Studienfahrt in London waren und zurückgefahren sind (aus London, mit dem Bus) saßen wir mit ein paar Freunden (die irgendwann alle geschlafen haben) und haben uns unterhalten und uns wirklich gut verstanden. (In London gab es auch ein oder zwei Momente, in denen das der Fall war.) Letztendlich haben meine Freundinnen beschlossen sie helfen da jetzt mal nach und haben dafür gesorgt, dass wir den Rest der Fahrt (von Calais nach Hause) nebeneinander saßen. Lange Fahrt, gutes Gespräch, bis ich irgendwann beschlossen habe zu schlafen. Eine Woche später hat er mich indirekt nach einem Date gefragt und ich habe versucht indirekt zu sagen, dass ich das nicht für richtig halte. Später das ganze nochmal direkt, gefolgt von seinen Fragen nach dem Warum?. Mir selber hat es mehr ausgemacht, als man denken könnte. Ich hatte ihn gern, ich vermisse die Gespräche mit ihm und ich denke was wäre, wenn ich nicht abgeblockt hätte, auch wenn ich weiß ich wäre nicht glücklich mit ihm. Ich meine ich bin 17, mache in einem halben Jahr mein Abi und hab noch nie in meinem Leben einen Jungen geküsst, geschweige denn ein Date gehabt. Da ist es wohl vollkommen ok, sich das zu wünsche, egal mit wem. Aber es ist mir nicht egal mit wem. Ich wünsche mir mich wirklich zu verlieben, in jemanden der diese Gefühle erwidert, der in mein Leben passt und das alles am besten sofort. Aber so funktioniert es nicht. Ich werde höchstwahrscheinlich noch eine Weile allein sein, zumindest was eine Beziehung angeht. Vermutlich geschuldet von meinem Aussehen. Ich bin nicht hässlich, aber jetzt auch nicht heiß. Ich habe schöne Augen, weiche Hände und eigentlich ganz ok. Bis auf die Tatsache, dass ich etwas mollig bin. Nicht fett, aber schon etwas mehr auf den Rippen und zwar so viel, dass es mir etwas ausmacht. Dagegen zu arbeiten fällt mir schwer, aber ich hoffe, dass ich es schaffe mit Hilfe meiner engeren Freunde, die wirklich toll sind was das angeht. Trotzdem ist und bleibt es schwer. Das ist die zweite Sache. Die dritte Sache, die mich derzeit beschäftigt sind Tattoos. Ich habe mir in London ein Henna Tattoo machen lassen (ein Violinschlüssel und ein Bassschlüssel so gespiegelt, dass sie ein Herz ergeben) und erneuere es selbst derzeit immer wieder. Ich möchte es mir stechen lassen. Doch meine Eltern sind dagegen und ich muss sagen schlechte Argumente haben sie nicht: Du wirst deine Meinung irgendwann ändern, Was ist mit deinem späteren Berufsleben, Die Farbe ist eigentlich nicht dafür gemacht und man weiß nicht was sie im Körper für Schäden anrichtet, außer dass sie sich in den Lymphknoten ansammelt. Alles triftige Gründe die ganze Sache zu lassen, aber irgendwie reizt es mich schon. Ich werde darüber vermutlich noch sehr viel nachdenken, besonders über die Stelle an die es kommt. Die vierte Sache ist einfach zu sagen: Ich denke über das nach was ich als Person sein will, wie ich handeln will, wie ich denken will und wie meine Zukunft sein soll. Eins weiß ich: ich will komplett sein. Für mich, in meinen Augen beinahe perfekt, mit Macken perfekt sein. Das besteht aus Zielstrebigkeit, Freude, Herzlich, da sein für jeden der mich braucht, das erreichen, was ich mir wünsche, Hartnäckigkeit in den Dingen, die mir wichtig sind, wichtig sein für andere, meine Familie lieben und meine Freunde auch, egal was auch passiert. Wenn ich irgendwann alt und grau bin und auf mein Leben zurückschaue, will ich ein Leben sehen auf das ich stolz bin es gelebt zu haben.

4.9.15 01:33, kommentieren

Werbung


Mein Leben

Abends, wenn ich im Bett liege oder noch übe, dann kommen Gedanken auf. Schwierige Gedanken, traurige Gedanken. In ihnen geht es um mein Leben. Wie es ist. Was ich erreichen will. Und was ich selbst ganz ehrlich darüber denke. Es ist schwer sich das alles klar zu machen, ohne dass man sich selbst bemitleidet. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist es bei mir meist so, dass ich in Selbstmitleid versinke, wofür ich mich selbst leicht hasse. Ich bin derzeit Schülerin, eine ziemlich gute, aber auch faul. Das sieht man meist an meiner Vorbereitungszeit auf Klausuren, meinem Fitnessstand und meinem Zimmer. Ich schreibe die nächsten drei Wochen noch sieben Klausuren, und was habe ich bisher getan? Nichts. In meinem Zimmer stapelt sich Kleidung, Bücher, Geschirr, Bilder, Farben, Noten... Meine Fitness besteht darin mit dem Fahrrad jeden Morgen unter Woche in die Schule zu fahren. Ungefähr einen bis zwei Kilometer. Was hab ich mir vorgenommen? Eine Woche vor einer Klausur anfangen zu lernen und zwar sinnvoll. Mein Zimmer ständig sauber zu halten und zusätzlich meine Mutter im Haushalt entlasten und mindestens dreimal die Woche morgens schwimmen gehen. Seit wann nehme ich mir das vor? Eine kleine Ewigkeit. Das faszinierende ist, sobald meine Eltern verreist sind, funktioniert das alles. Naja, vielleicht ist das auch nur eine Ausrede, vielleicht übernehme ich wirklich nur Verantwortung wenn ich auf mich allein gestellt bin. Trotzdem wünsche ich mir nichts mehr, als einen Freund. Klingt armselig, ich weiß, aber es ist nicht die Tatsache, dass ich mir irgendeinen Freund wünsche, hauptsache Freund. Ich wünsche mir einen Jungen, der mich liebt, so wie ich bin, meine Wünsche respektiert, mich zu Höchstformen antreibt, der für mich da ist, einen, den meine Familie schätzt und mag und der sich mit meinen Freunden versteht, aber das wichtigste ist: Einen, den ich von ganzem Herzen liebe. Das ist nicht ganz so einfach. Man mag meinen ich bin gerade mal siebzehn, ich hab das ganze Leben noch vor mir. Und das ist etwas wovor ich furchtbare Angst habe. Was wird in meinem Leben noch passieren, wie viele Wünsche und Träume werden auf der Strecke bleiben und ganz besonders: Wen werde ich alles verlieren? Ich habe Angst vor dem Tod, aber auch davor Menschen auf andere Arten zu verlieren, als Freunde. Ich habe mir ein Leben ausgemalt, das wundervoll ist, doch das ist das Leben nicht immer. Ich habe mir vorgestellt einen Jungen zu finden, lang mit ihm zusammen zu sein, bis wir irgendwann heiraten, nachdem ich fertig studiert habe, einen Job und ein Haus zu haben, irgendwann Kinder, und die ganze Zeit die Gewissheit, dass es richtig ist was ich tue. Doch was wird wirklich passieren? Vielleicht kann ich keine Kinder bekommen? Vielleicht hasse ich meinen späteren Job? Was ist wenn ich nie jemanden finde, den ich heiraten will oder die Ehe auseinander bricht? Was wenn ich krank werde und früh sterbe? Was wenn ich die Abschiede nicht verkrafte, von Großeltern, Eltern und irgendwann Freunden und meinem Mann? Doch das alles sind Hirngespinste. Ich werde nie wissen wie mein Leben aussehen wird, deshalb muss ich das vergessen. Zumindest einige Teile. Ich sollte meine Ziele nicht aus den Augen verlieren, aber nicht an allem festklammern. Planung ist gut, aber nur zu gewissen Teilen. Das Träumen werde ich nie aufgeben, doch eines weiß ich zu 100%: Ich werde mein Leben leben und alles genießen, was auch passieren wird, denn das macht mich aus. Hilfloser Optimismus gemischt mit etwas Naivität. Denn das braucht man, um sich in dieser Welt nicht ein Ende zu setzen.

3.6.15 01:09, kommentieren

Werbung